Ende gut - Alles gut. Eine Nachbetrachtung auf die Oberligasaison 2003

Nach dem Abstieg aus der Regionalliga wusste die Mannschaft des 1. MGC Bamberg vor der Saison 2003 nicht ganz so recht wo man stand, musste man doch mit Wolfgang Genßler und Christian Di Dio gleich zwei Leistungsträger ersetzen. Ersterer hing seinen Schläger an den berühmten Nagel, während Christian aus familiären Gründen nur noch sporadisch zur Verfügung stand bzw. steht. So musste man also auf die Spieler Lyo Balleininger und Wolfgang Engels aus der 2. Mannschaft zurückgreifen, die großteils jedoch mehr als nur ein Ersatz waren. Leider konnte somit erstmalig keine "Zweite" an den Start gehen.

Trotzdem wollte man in der Oberliga-Nord von Beginn an vorne mitspielen, auch wenn man von den anderen Teams als Favorit auf die Meisterschaft gehandelt wurde.

Somit fuhr man frohen Mutes zum ersten Punktspiel zum Aufsteiger BGC Würzburg, der auf seiner Anlage auch als sehr heimstark gilt. Nach vier Spielrunden musste man zwar den Unterfranken mit 570 Schlägen den Heimsieg überlassen, jedoch holten sich Kohlmann und Co. mit 585 Schlägen Rang zwei. Geheimfavorit Ostheim v.d.Rhön erreichte mit 593 Schlägen nur Platz vier. Auf MGC-Seite wussten vor allem Wolfgang Kunert (92) und Christian Di Dio (94), der ohne Training angereist war, zu gefallen.

Mit viel Selbstvertrauen ging man in das folgende Heimspiel Anfang Mai, das erstmals auf der allen Akteuren ungewohnten Filzanlage ausgetragen wurde. Hier sollte sich der Trainingsaufwand bezahlbar machen. Bei brütender Hitze hatte man wie so oft die Auftaktrunde verschlafen und lag neun Schläge hinter Würzburg zurück. Jedoch fing man sich in Durchgang zwei recht schnell und ab da war der Weg frei für den angestrebten Heimerfolg. Die Konkurrenz konnte weit auf Distanz gehalten werden und mit 937 Schlägen siegte man am Ende völlig verdient mit 30 Schlägen vor Ostheim. Rang drei ging an Schweinfurt (981), dahinter folgten Wolnzach (1038), Würzburg (1083) und Lichtenfels (1115). Eine geschlossene Mannschaftsleistung war letzt Endes ausschlaggebend für diesen erstrebten Heimerfolg.

Als Tabellenführer mit sechs Punkten vor Ostheim fuhr man zwei Wochen später in die Rhön. Die Gastgeber mussten unbedingt gewinnen, um den Vorsprung der Bamberger zu verringern. Wegen anhaltenden Nieselregens konnte das Turnier erst mit einer zweistündigen Verpätung beginnen, was den MGCler sichtlich an die Nerven ging. Über die gesamte Distanz konnte das MGC- Team diesmal nicht vollends überzeugen. Durch viele kleine Unkonzentriertheiten brachte man sich selbst um ein besseres Gesamtergebnis. Mit 606 Schlägen und einem dritten Platz war der Vorsprung auf die Gastgeber bis auf zwei Punkte zusammengeschmolzen, die selbst einen ungefährdeten Heimerfolg (567) vor dem Überraschungszweiten Wolnzach (604) erringen konnten. Kohlmann (90) und Kunert (96) waren die einzigen, die unter der hunderter Marke blieben.

Am vierten Spieltag war man auf der neuen Betonanlage in Schweinfurt zu Gast, wo es galt, die Tabellenführung zu verteidigen. Mit einer tollen Moral und kämpferischen Einstellung des gesamten Teams wartete man vor Ort am Turniertag auf. Obwohl es wie gewohnt anfangs nicht so gut lief, steigerte man sich Runde für Runde auf einer schwierig zu spielenden Anlage. Während des gesamten Turniers lieferten sich die Bamberger mit den Gastgebern einen heißen Kampf um den Sieg, den man am Ende doch den Einheimischen (835) überlassen musste. Mit 846 Schlägen sicherte man sich souverän Platz zwei vor Ostheim (868). Auf den weiteren Rängen folgten Lichtenfels (887), Wolnzach (901) und Würzburg (921). Wolfgang Kunert (130), Robert Elst (136) und Wolfgang Schneiderbanger (138) waren hier die herausragenden Akteure.

Sollte in Lichtenfels schon eine Vorentscheidung im Titelrennen fallen? Mit einem Vier-Punkte-Polster auf Ostheim startete man in das vorletzte Turnier. Bei sengender Hitze kämpften über acht Stunden alle Teams um jeden Schlag. Diesmal war Bamberg bereits in der Auftaktrunde (196) hellwach und man lag nur einen Schlag hinter den Gastgebern zurück. Schweinfurt (202) und Ostheim (205) hielten mit. Nach Durchgang zwei hatte man selbst die Führung übernommen. In Runde drei erwachte auch der Kampfgeist der Schweinfurter und aus einem Zwei- wurde plötzlich ein Dreikampf. Ostheim, das sich nicht geschlagen geben wollte, kam in der Schlussrunde dagegen mächtig auf, während Lichtenfels und Bamberg plötzlich die Luft auszugehen schien. Die letzten sechs Bahnen mussten die Entscheidung bringen. Jedes Ass konnte über Sieg oder Niederlage entscheiden. Am Ende siegten die Lichtenfelser (792) knapp vor Bamberg (796), Schweinfurt (799) und Ostheim (803). Einen Glanztag erwische auf Bamberger Seite Robert Elst mit 122 Schlägen. Vor dem letzten Spieltag war Bamberg mit acht Punkten Vorsprung auf Ostheim die Meisterschaft kaum noch streitig zu machen. Fühlte man sich etwa zu sicher.....:????

Auf der gut bespielbaren Wolnzacher Eternitanlage wollten die Bamberger zum Saisonausklang nochmals einen Spitzenplatz erreichen und legten auch gleich furios los. Mit 141 Schlägen ging die Auftaktrunde an die Regnitzstädter, gefolgt von Würzburg (143) und den Gastgebern (144). Nach Durchgang zwei hatte Wolnzach mit drei Schlägen die Führung übernommen, gefolgt von Bamberg. Man lag also noch im Soll und alles deutete auf einen Zweikampf um den Turniersieg hin. Während in Runde drei Wolnzach mit 137 Schlägen den Grundstein zum späteren Turniersieg legte, hatten fast alle Bamberger (155) bei drückender Schwüle ungeahnte Konzentrationsprobleme. Ostheim (143) und der überraschend stark spielende BGC Würzburg (152) kamen zum Leidwesen der Bamberger noch einmal voll zurück und sorgten so für Spannung im Schlussabschnitt. Doch jetzt lagen bei den MGCler die Nerven unverständlicherweise vollends blank, was die Konkurrenz auch mitbekam. Schlag um Schlag verlor man an Boden und lag zum Abschluss auf Platz vier (607), vier Schläge Rückstand auf den angestrebten zweiten Rang, den sich Würzburg sicherte und einen Schlag hinter dem Dauerrivalen Ostheim.

Doch trotz dieses Ausrutschers waren alle glücklich, dass die insgeheim erhoffte Meisterschaft doch noch unter Dach und Fach gebracht werden konnte. Bleibt abzuwarten, wie sich Bambergs Minigolfer in der neuen Spielzeit eine Klasse höher schlagen werden. Eines ist jetzt bereits sicher, dass es nur ein Kampf ums Überleben werden wird.


Abschließend sei noch über die teilweise souveränen Auftritte der Bamberger in den Landesliga-Einzeln erwähnenswert. Bei den Herren kam in einem starken Feld Wolfgang Kunert als Gesamtfünfter ins Ziel und ist erster Nachrücker auf einen Oberligaplatz. Bei den Senioren schaffte Wolfgang Schneiderbanger in seinem ersten Jahr einen Start-Ziel-Sieg vor Reinhold Nelkenbrecher. Wolfgang Engels hat als vierter gute Chancen, ebenfalls nach oben aufzurücken.

In der Oberliga konnten Ronny Kohlmann mit einem vierten und Robert Elst mit einem sechsten Rang im Gesamtklassement ebenfalls voll überzeugen.

Wolfgang Schneiderbanger



[ Zurück ]